Max Kober beim FV Viktoria Lindlar

li98uz
Blick auf den Ort Lindlar (ca. 1919). Postkarte: Bookattack Collection

Der verschwundene Mittelstürmer

Ehemaliger Stürmer der Viktoria lebt heute in Liverpool

Lindlar. Im Jahr 1919 gründeten vierzehn fußballbegeisterte Männer den ersten Fußballclub in Lindlar. Sie nannten ihren Fußballverein (FV) Viktoria Lindlar. Die Männer waren Jakob Born, Peter Müller, Heinrich Clever, Franz Blumberg, Leo Rehbach, Gerhard Esser, Anton Menrath, Peter Hoffstadt, Peter Josef Pütz, Hubert Hünighusen (alle aus Lindlar), Fritz Breuer (aus Hartegasse), Max Eck, Ernst Spinath (beide Frielingsdorf) und Matthias Ufer (aus Eichholz).

Zunächst spielten sie auf einer Wiese auf dem Korb, später bis in die 40er Jahre auf einem Platz oberhalb des Dorfes. Erste Gegner fand man in Mannschaften aus Wipperfürth, Engelskirchen, Bechen und aus Niederseßbar. Schnell stellten sich erste Erfolge ein, so dass zu den Spielen  hunderte von Menschen strömten. Regelmäße Besucher waren ab 1923 auch Max Kober und Paul Hünighusen. Sie waren damals sieben und acht Jahre alt.

jhhu65623ww2
Zuschauer am Fußballfeld. Bild: Bookattack Collection

Die Kinder spielten auf einer Wiese zwischen Pfarrhaus und Lennefe Bach. Schon früh zeigte sich, dass Max Kober ein großes Talent war. Über Hubert Hünighusen kam er als 15jähriger zur Viktoria und spielte ab 1931 als Stammspieler in der Mannschaft.

lioi876n
Lindlar, ca. 1910. Zeichnung: Bookattack Collection
li9876t
Lindlar, ca. 192, mit Wiese am Lennefe Bach. Zeichnung: Bookattack Collection
jhjkh98ffdsd
Zuschauer in den 1920er Jahren. Bild: Bookattack Collection

Kober gehörte 1932 zusammen mit Franz Kuhl und Otto Wüste zum legendären Sturm der Viktoria, welcher auf dem Heimplatz sogar Mannschaften aus dem rechtsrheinischen Köln und aus Remscheid bezwangen. Unvergessen ist das 5:2 gegen Rot-Weiß Kalk im April 1932 (Kober erzielte drei Tore, Wüste und Peter Dick die beiden anderen). Im Jahr darauf spielte Max Kober  beim FSV Olympia Bergisch Gladbach. Nach Startproblemen schoss er von März bis Juni 12 Tore. Einige Clubs aus dem Rheinland hatten Interesse an ihm, so der Rheydter SV 1905 und die SpVgg Sülz 07. Kober verschwand aber plötzlich von der Bildfläche. Er spielte nicht mehr Fußball und setzte seine Ausbildung auch nicht fort. Auf seiner Arbeitsstelle erschien er vom einen auf den anderen Tag nicht mehr.

fub7643xt8
Bergische Fußballmannschaft, 20er Jahre. Bild: Bookattack Collection

Erst in den 40er Jahren konnte sein alter Freund Paul Hünighusen ihn in England ausfindig machen. Er lebte seit 1933 in Liverpool und war dort in leitender Position für einen Arzneimittelhersteller tätig. (ow)“

Aus einer fünfteiligen Artikelserie zum Jubiläum des FV Viktoria Lindlar. Dienstag, 15. September 1959 in der „Bergischen Allgemeinen“. Autor: Otto Werner

iiuiuouo094m
Zuschauer in den 1920er Jahren. Bild: Bookattack Collection
ijuhihj54ds
Spiel in den 20er Jahren. Bild: Bookattack Collection
bftz65
Rheinisch-Bergische Fußballmannschaft in den frühen 30er Jahren. Bild: Bookattack Collection

„Die Apotheke von Herbert Kober ist seit Mittwoch den 12. Juli verschlossen. Einen Grund hat Kober nicht angegeben. Auch seine beiden Mitarbeiter Fräulein Gerda Clever und Herr Heinz Koch standen um 8 Uhr vor verschlossener Tür. Einen Grund weshalb die Apotheke geschlossen ist, wussten sie auch nicht. In der darüber liegenden Wohnung fanden wir weder den Herrn Apotheker, noch seine Frau Trude Kober und die Kinder Berta und Max. Die Wohnung ist noch möbliert, aber in den Schränken fehlen fast sämtliche Gegenstände und Kleidung. Koffer oder dergleichen fanden wir nicht. Wir gehen bis jetzt von keinem Verbrechen aus. Es scheint eher so, als wäre die Familie Kober Hals über Kopf ausgezogen. Von Streitigkeiten ist den Nachbarn nichts bekannt.“

Polizeibericht vom 15. Juli 1933, Wachtmeister Ernst Fischer.

Hinweis: Dies ist ein fiktives Dokument zur transmedialen Buchreihe Bookattack – Living in Books. This is a fictional document!