Im Haus der Dünnebackes

 

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Freitag, 4. Oktober 1889, am Vormittag
Köln am Weyertor

Zwei Tage zuvor hatten die Arbeiter mit dem Abbruch des Weyertors begonnen. Eigentlich hatte Jakob Hünighusen schon an diesem Tag dort ein paar Fotos machen wollen, doch die Arbeit im Fotoatelier hatte ihn zu sehr beansprucht. Nun am dritten Tag der Abbrucharbeiten hatte er die Fotoausrüstung in einen Handwagen gepackt und war über den Neumarkt, vorbei an Sankt Mauritius zur alten Stadtmauer gelaufen.
Vom Tor hatten die Arbeiter schon einiges mit ihren Spitzhacken abgetragen. Der Anbau mit der Treppe zur Turmwohnung, die Dachgauben und ein Teil des Daches waren bereits abgetragen. Dennoch stand das Weyertor wie immer als Bollwerk mitten in der Stadt.
Vor dem Tor standen mehrere Karren für den Bauschutt. Die davor gespannten Pferde warteten geduldig auf die Fahrt den Pantaleonswall hinunter. Zwischen ihnen hüpften Spatzen und durchwühlten die Pferdeäpfel nach Haferkörnern.
Jakob hatte seine Kamera auf der Straße aufgestellt, so dass er das Weyertor vor den Häusern der Stadterweiterung im Blick hatte.
… Schreie waren zu hören. Der Schwarm Spatzen flog schimpfend auf. Passanten, die zuvor noch vor dem Tor gestanden und den Arbeitern zugeschaut hatten, liefen in Panik von der Straße auf den Gehsteig. Aus Richtung des vor einigen Jahren niedergelegten Schaafentors, kam ein Pferd mit einem Karren galoppiert. Vor dem Weyertor geriet der Karren ins Schleudern, kippte und die Ladung mit Bienenkörben rollten auf die Straße. Die ausgehungerten Bienen flohen aus den Körben und stürzten sich auf das Pferd. Die bisher ruhig warteten Pferde vorm Tor, waren längst unruhig geworden und spätestens als sie ebenfalls von den Bienen attackiert wurden, ergriffen sie die Flucht. Nun erst kam der Fuhrmann, der mit den Bienen unterwegs war, die Straßen herunter gerannt. Sein Pferd war zahlreich gestochen worden und jammerte fürchterlich, wieherte und schlug aus. Der Fuhrmann und weitere Passanten eilten rasch zur Hilfe. Der Fuhrmann versuchte mit einem Sack den Kopf des Pferdes zu bedeckten, da er aber ebenfalls gestochen wurde, ergriff er die Flucht. Das Pferd rannte ihm angstbeladen hinterher, wobei nun der Wagen ganz umkippte und dabei auch die restlichen Körbe herunterfielen. Die Bienen schwirrten nun wild durch die Straße. Ein großer Schwarm flog zum Haus des Kaufmanns Anton Dünnebacke. Einer der Dienstboten fiel den Bienen zum Opfer. Auf seinem Körper hatten sich zahlreiche Bienen niedergelassen. Er lag bewusstlos auf dem Gehsteig.
Das Pferd, von vielen Stichen zerstochen, musste später erschossen werden. Eins der anderen Pferde, war mit dem halb beladenen Karren bis Sankt Pantaleon gelaufen. Ein weiteres Fuhrwerk war fast mit der Pferdebahn, die in Richtung Blaubach fuhr, zusammen gestoßen.  Nur die direkte Betätigung der Bremse konnte einen Unfall verhindern. Zugführer und Schaffner konnten das mit Schutt beladene Fuhrwerk schließlich stoppen und das Pferd beruhigen. Die Bienen flogen noch eine Weile durch die Straßen am Weyertor. Erst als mit großer Mühe die Bienen wieder eingefangen waren, trauten sich die Leute wieder auf die Straße.
Jakob Hünighusen half den Dienstboten der Dünnebackes, ein Mann namens Theo Fincken,  in deren Wohnung zu tragen. Er lebte noch. Das Haus gehörte der Familie. Sie bewohnten den kompletten ersten Stock. Die restlichen sechs Wohnungen waren vermietet. Als man den Mann auf das Bett der Dünnebackes gelegt und ihm Hemd und Hose ausgezogen hatte, zählte man über 100 Stiche auf seinem Körper. Der Arzt war unterwegs. Solange wollte Hünighusen nicht bleiben.
Als er wieder die Straße betrat, schlugen die Arbeiter mit ihren Hacken wieder auf das alte Mauerwerk ein. Vereinzelt flog noch eine Biene durch die Straßen. Jakob wollte mit seinem Handwagen zurück zur Minoritenstraße. Der Abbruchs des Tors war für ihn in den Hintergrund getreten. In der Seitenstraße lag der beschädigte Karren. Er machte ein Foto vom Pferdekadaver und dem Fuhrmann, der die Bienenstöcke von Riehl in ihr Winterquartier nach Klettenberg bringen sollte.

Am Abend in der „Gastwirtschaft zur Rheinpfalz“, Filzengraben

„Der Mann mit seinen Bienen hatte es offenbar eilig nach Klettenberg zu kommen. Büchel hieß der, ein Fuhrmann aus Nippes. Ich hab‘ ihn später sogar noch fotografiert –.“ Jakob Hünighusen berichtete seinem Freund Polizei-Commisär Franz Behrens von den Ereignissen vom Mittag. „Jedenfalls kurz vorm Weyertor fährt die Karre durch ein Loch, er kippelt ein wenig und das Tier haut ab. Ich steh mit meiner Kamera auf der Straße und da kommt das Pferd im vollen Galopp um die Ecke. Die Bienenkörbe fallen links und rechts runter, paff, paff. Plötzlich surren die Bienen durch die Straßen …“
„Na, da wird ja was los gewesen sein. Kann ich mir lebhaft vorstellen.“ Franz Behrens trank einen großen Schluck Bier und zündete sich eine Zigarette an.
„Die Frauen rennen über den Gehweg und suchen in den Hauseingängen Schutz. Eine hat sich sogar ihre Schürze übern Kopf gezogen.“
Behrens blies Rauch aus. „Und du? Hast dich unter deinem schwarzen Tuch versteckt?“
„Das wäre eine Idee gewesen. Ich hab‘ alles zusammen gepackt und wollte eigentlich um die Ecke. Aber da liegt ein Hausangestellter vom alten Dünnebacke auf dem Boden. Den haben sie von oben bis unten zerstochen.“
„Davon hab ich gehört. Zwei unserer Leute sind eben vom Dünnebacke zurück gekommen. Aber da der Mann …“
„Fincken heißt der …“
„… da der noch lebte, sind die wieder abgezogen.“
„Was mich wundert: nur dieser Fincken ist derart zerstochen worden. Ich selber hab‘ auch etwas abbekommen, zwei Stiche, aber der Fincken hatte über 100 Stiche. Der Stand nur ein paar Meter von mir entfernt.“
„So als hätten sie sich ihn ausgesucht.“
„Was ja Blödsinn ist.“
„Wir besuchen den. Die Kollegen sagten, der würde in der Kühgasse wohnen. Ist ja hier direkt ums Eck. Einen Fincken werden wir da schon finden. Los trink dein Bier aus, wir müssen los!“
„Jetzt?“
„Direkt!“

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Im Haus links befand sich die „Gastwirtschaft zur Rheinpfalz“, Filzengraben (Foto von 2009).
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Blick auf die Altstadt. In der Mitte sieht man das Giebelhaus, das rechts vom Gasthaus Zur Rheinpfalz steht. Die Häuser dahinter könnten schon zu den ersten Häusern der Kühgasse gehören. (Bild von 1880).

Wenig später in der Kühgasse

Die Kühgasse war eine enge Gasse, Häuser mit vier, fünf oder gar sechs Stockwerken. Sonnenlicht kam hier nur selten hin. Auf der Fensterbank eines Hauses lehnte eine Frau. „Ihr Hübschen, was treibt euch denn hier hin?“
„Wir suchen einen Herrn Fincken.“
„Als Herrn würde ich den Theo nicht gerade beschreiben. Der wohnt hier in Nummer 32. Bei Frings klopfen.“
„Danke.“
„Wollt ihr den wegen seiner Bienenstiche besuchen? Den soll’s ja ziemlich erwischt haben.“
Fincken wohnte in der vierten Etage des Hauses Kühgasse 32. Er öffnete nicht selber, sondern eine Frau kam an die Tür.
„Polizei. Wir würden gern Theo Fincken sprechen.“
„Mein Bruder liegt krank im Bett.“
„Wir müssen ihn sprechen, es geht um den Angriff der Bienen heute Vormittag.“
Fincken löffelte gerade eine Suppe.
„Herr Fincken, wir kommen von der Polizei. Commisär Behrens. Ich hätte ein paar Fragen an Sie.“
„Ja, bitte.“
„Können Sie sich erklären, weshalb die Bienen gerade Sie angegriffen haben?“
„Nein, eigentlich nicht.“
„Hatten Sie sich vielleicht mit irgendetwas eingerieben?“
„Nein, weshalb?“
„Es ist doch seltsam, dass die Bienen nur auf Sie los sind. Jedenfalls haben Sie die meisten Stiche abgekommen.“
„Und das Pferd, das musste so gar erschossen werden.“
„Also irgendetwas stimmt mit Ihnen nicht. Sie haben überall Stiche. Nur am Kopf und Hals nicht.“
„Zufall.“
„Arme und Beine werden Sie wohl bedeckt gehabt haben?“
„Sicher.“
„Geben Sie mir den Teller, ich stell ihn weg.“ Behrens nahm Fincken den Teller ab und zog ihm gleichzeitig mit der anderen Hand die Decke weg. Sein Körper war immer noch übersät von rötlichen Quaddeln und Blasen. Selbst an seinem Geschlecht hatte Fincken Bläschen. Hünighusen wendete sich ab. Behrens deckte den Verletzten wieder zu.
„Das waren aber nicht die Bienen. Ich hab gehört ein Bad in Zitronenmelisse soll helfen.“ Fincken schwieg.
„Sie haben also in Zitronenmelisse gebadet. Wissen Sie, dass Bienen in Zitronenmelisse verliebt sind? Die Imker nutzen es als Lockmittel, damit die Bienen aus ihren neuen Bienenstöcken nicht wieder ausziehen.“
„Oh, dieses Miststück. Das wusste sie. Die ist ja wohl verrückt geworden …“
„Wen meinen Sie?“
„Die Josefine. Meine … sie arbeitet auch bei Dünnebackes. Sie meinte, sie hätte ein Hausmittel, was hier gegen helfen würde. Und da die Dünnebackes heute in Bonn waren, ließ sie mir ein Bad mit dieser Melisse ein.“
„Und dann sind sie auf die Straße.“
„Ja, sie meinte wir sollen runter gehen und schauen wie sie das Tor abtragen. Da standen wir eine Weile. Ich wollte wieder hoch. Doch sie wollte länger bleiben. ‚Schau doch, gleich fällt der Balken runter‘ und so. Irgendwann kam dann dieses blöde Pferd. Alles war voller Bienen …“
„Sie wurden ohnmächtig und wachten auf dem Bett der Dünnebackes auf?“
„Ja.“
„Diese Josefine, ihre Geliebte, heißt mit Nachnamen wie und wohnt wo?“
„Büchel. Josefine Büchel. Sie wohnt im Eigelstein, Thürmchenswall.“
„Dann auf, Jakob. Wir müssen zum Thürmchenswall.“

„Was ist denn mit dem Fincken los? Weshalb hat er in Zitronenmelisse gebadet.“
„Er leidet offensichtlich unter Genitalherpes. Hast du die Bläschen da unten bei ihm gesehen? Die waren ganz anders als die Bienenstiche. Ich bin da nun wirklich kein Experte, aber diese Bläschen in Grüppchen sind wohl ein Anzeichen für diesen Herpes.“
„Und diese Josefine Büchel wollte ihm mit Zitronenmelisse helfen …“
„Und Rache an ihm nehmen. Sie dachte wohl er wäre bei einer anderen gewesen und hätte sich bei der angesteckt. Soweit klar?“
„Das heißt, sie hat den Angriff der Bienen geplant?“
„Du hattest den Fuhrmann fotografiert?“
„Ja, als sein Pferd erschossen worden war. Ich kam zurück von Dünnebackes, da saß er neben dem Tier auf der Straße. Der heißt auch Büchel.“
„Dann müssen wir zuerst in die Minoritenstraße. Hast du schon ein Positiv?“
„Ja, habe ich gleich gemacht.“
„Gut. Wir treffen uns im Atelier. Ich hole mir noch ein, zwei Schutzmänner und dann besuchen wir die Büchel.“

Später am Abend, Thürmchenswall

Eine Stunde später waren sie am Thürmchenswall bei Büchels angekommen. Aber niemand öffnete. Behrens hatte noch zwei Schutzmänner mitgebracht.
„Sie wollen zu Alois Büchel?“, fragte sie ein Mann, offenbar ein Nachbar.
„Nein, zur Josefine.“
„Seine Tochter. Sie hilft oft in der Küche vom Paffrath.“
„Ludwig Paffrath, das Lokal rechts vorm Eigelsteintor?“
„Ja, genau.“
„Aber sie ist doch bei Herrn Dünnebacke angestellt.“
„Damit kommt man doch nicht weit. Der Alois kann nicht mehr arbeiten. Von seinen Jungs gehen zwei in eine Bürstenfabrik.“
Behrens bedanke sich und sie machten sich auf zum wenige Straße weiter gelegenen Speiselokal von Ludwig Paffrath.
„Ist dir an dem Kerl etwas aufgefallen?“ (Behrens)
„Naja, er war hilfsbereit. Kennt seine Nachbarn gut.“ (Jakob)
„Freundlich. Gute Manieren. Aber ein dreckiges Kamesol. So dreckig, als wenn es unbedingt dreckig sein müsste. Und dann der dicke Bauch, der hat lange gut gegessen. Ist dir die Zigarrenkippe aufgefallen? Ich glaube die hat er noch nie brennen gehabt.“ (Behrens)
„Als er kam hatte er sie im Mund. Er hat nicht geraucht. Hab ich schon oft gesehen.“ (Jakob)
„Der Kerl ist nicht echt, jede Wette.“ (Behrens)
„Aber weshalb sollte, er hier …“ (Jakob)
„Nein, die Frage ist: Für wen er hier herumspioniert.“ (Behrens)

Beim Paffrath war es an diesem Abend gut gefüllt. Die beiden Schutzmänner ließ Behrens vor der Tür warten, er wollte kein unnötiges Aufsehen erregen. Josefine Büchel fanden sie in der Küche, sie schrubbte gerade einen Kessel im heißen Wasser.
„Guten Abend Fräulein Büchel. Polizei. Ich hätte ein paar Fragen an Sie.“
„Was ist den los?“
„Jakob, das Bild bitte! Kennen Sie diesen Mann?“
„Nein. Wer soll das sein?“
„Ein Fuhrmann aus Nippes. Er war heute mit Bienenkörben unterwegs nach Klettenberg. Da kam er auch bei den Dünnebackes vorbei. Sie arbeiten dort.“
„Ach, der. Ich hab davon gehört.“
„Und wir haben davon gehört, dass Sie zu der Zeit direkt am Weyertor gestanden haben.“
„Ist das jetzt auch verboten?“
„Zusammen mit Theo Fincken, den die Bienen ziemlich erwischt haben.“
„Kurz haben wir dort gestanden. Ist doch nicht mein Problem, wenn der nicht schnell genug weg rennt.“
„Das nicht, aber wie der gerochen hat. Der Fuhrmann heißt übrigens Büchel, wie Sie. Bevor sie jetzt sagen, Büchels gäbe es viele, wir wissen das er ihr Onkel ist, der Bruder ihres Vaters Alois.“
„Hören Sie, es war nicht alleine meine Idee.“
„Was?“
„Dem Theo eine Abreibung zu verpassen. Als ich davon erfahren habe, vom dem was er da hatte, habe ich die Frau Dünnebacke um Rat gefragt. Sie hat sich ziemlich aufgeregt, bezeichnete Theo als versautes Schwein, der wohl mit jeder … Wohl auch mit ihr.“
„Und da haben sich Sie zusammen die Sache mit den Bienen ausgedacht?“
„Konnt‘ ja keiner ahnen, dass alles so gut klappt. Ich wusste, dass mein Onkel die Bienen im Okober immer nach Klettenberg bringt. Da bin ich zu ihm, hab‘ ihn die Sache erzählt. Er ist extra durch die Stadt gefahren und musste noch eine Weile am Hahnentor warten, weil er zu früh war …“
„Sie hatten eine genaue Zeit vereinbart?“
„Aber ja, punkt halb 12 sollte er am Weyertor sein.“
„Das mit dem Pferd …“
„Das tut mir leid. Mein Onkel hat ja nur eins …“
„Nun lassen Sie mal den Topf los. Sie müssen uns in die Glockengasse begleiten.“

****

Samstag, 5. Oktober 1889, später Vormittag
Thürmchenswall

Ganze zwei Stunden hatte Schutzmann Capell den Fremden beobachtet. Polizeikommissar Behrens hatte ihn abholt, er solle heute keine Uniform tragen, Spezialauftrag. Zusammen waren sie zum Eigelstein gegangen. Behrens hatte ihm einen Mann gezeigt, den er für ein paar Stunden beschatten sollte. Dieser Kerl war mehrfach aus dem Haus gekommen, in dem er offenbar wohnte. War jedes Mal zum Nachbar Alois Büchel rüber, auf den er wohl ungeduldig wartete. Als dieser eintraf, verschwanden beide für eine Viertelstunde im Haus. Schließlich kamen sie mit einem Heuwägelchen wieder raus.
Während Capell den beiden durch die halbe Stadt bis zum Weyertor folgte, wo sie im Haus des Kaufmanns Anton Dünnebacke verschwanden, war Behrens nochmal zur Kühgasse, um Theo Fincken zu befragen. Doch er kam zu spät. Fincken war bereits früh am Morgen aufgebrochen. Er hatte seiner Schwester noch anvertraut, er müsse sich vor dem Dünnebacke in Sicherheit bringen. Auf Behrens Nachfrage, ob die Schwester sich da nicht vertun würde, die Frau des Kaufmanns und die Josefine Büchel hätten ihm doch alles eingebrockt, sagte sie, ihr Bruder hätte von dem illegalen Handel, den die Büchels und der Kaufmann Dünnebacke betrieben Wind bekommen.

Am Abend in der „Gastwirtschaft zur Rheinpfalz“, Filzengraben

„Jedenfalls hat der Büchel und der Dicke irgendetwas zum Anton Dünnebacke gebracht. Die Büchels und der Dünnebacke treiben irgendwelche krummen Geschäfte. Hinter diese ist der Fincken gekommen, der sich nach der gestrigen Attacke lieber abgesetzt hat.“ (Franz)
„Du meinst, es wäre gar kein Racheakt der beiden Frauen gewesen. Na, er hätte sie schließlich mit seinem Herpes anstecken können.“ (Jakob)
„Schon, auch. Ich spekuliere ja noch. Ich denke da er in beide Familien gute Einblicke hatte, schließlich hatte er mit beiden Frauen Beischlaf, hat er eins und eins zusammen gezählt …“
„Und ist so auf den krummen Handel gestoßen.“
„Genau.“
„Nehmen wir mal an, es wäre so, was ist denn dann die Rolle dieses unechten Nachbarn? Deiner Ansicht nach ist das doch ein Spitzel. Der hilft nun dem Büchel Dinge durch die Stadt zu transportieren?“
„Wenn er seine Vertrauenswürdigkeit bei den Büchels erhöhen möchte, wäre das doch sehr geschickt. Ich glaube nicht, dass ich bei dem Kerl verkehrt liege. Wir könnten uns ihn zwar vorknöpfen, es wäre mir aber lieber, wenn meine Leute zunächst den Fincken finden. Ich glaub‘ der Dicke riecht nach Ärger. Wenn wir den hochnehmen, gibt es einen Knall, den man noch bis nach Bayenthal hören kann. Zuerst muss der Fincken erzählen, was er weiß.“
„Aber ihr habt doch die Tochter vom Büchel inhaftiert.“
„Wegen der Sache mit den Bienen. Aber dieser Handel, mit was auch immer, da haben wir noch keine Beweise, das der überhaupt illegal ist. Selbst wenn wir beim Dünnebacke ein Lager finden würden: der handelt mit vielen Dingen.“


Hinweis: Dies ist ein fiktives Dokument zur transmedialen Buchreihe Bookattack – Living in Books. This is a fictional document!