Jon McGregor: Speicher 13

13egorJon McGregor: Speicher 13 (Liebeskind, 2018)

Dieses Buch ist kein Krimi. Auch wenn hier das 13jährige Mädchen Rebecca Shaw entführt (sie war mit ihren Eltern in dem Ort im Urlaub, was die emotionale Bindung der Ortsbewohner natürlich verringert), aber nicht gefunden wird. Es ist mehr eine Ortschronik, in der dann auch das vermisste Mädchen regelmäßig erwähnt wird. Natürlich ist die Verlagsangabe irreführend („Ein vermisst gemeldetes Mädchen, Zeugen, die mehr wissen, als sie sagen. Und Ermittlungen die im Sande verlaufen. Jon McGregors >Speicher 13< beginnt wie ein literarischer Thriller – und wird ganz beiläufig zu einem eindringlichen Roman über das Leben und die Vergänglichkeit der Zeit.“). Jede der vielen anderen Geschichten in dem Buch hätte in den Klappentext gehört. Als Thriller ist das Buch nie zu sehen. Selbst im ersten Kapitel merkt man von den Ermittlungen der Polizei kaum etwas. So bleibt es eine literarische Ortschronik, die allerdings im Gegensatz zu den üblichen Ortschroniken stets ins Private geht. Auffällig ist, dass der Wechsel von einer zur nächsten Geschichte von einem zum nächsten Satz geschehen kann. In einem Satz wird von den Shaws, im nächsten den Jacksons, dann von den Hunters und im nächsten geht es über die Füchse die im Buchenwald leben. Alles ist gleichwichtig. Abundan erinnern sich die Leute noch an Rebecca, genauso wie sie sich auch an andere Dinge erinnern.