Noa Sophie Hünighusens Jugend

Noa Sophie Hünighusen wurde in Düsseldorf geboren (Jg. 1968). Wirkte in den frühen 80ern bei Punk-Wave-Bands DEUTSCHE PROTESTGEWERKSCHAFT und AUSSPERRUNG. Lebte mit ihren Eltern für einige Jahre in England und machte dort ihr Noiseprojekt SALZ II. Heute arbeitet sie als Buchrestauratorin und lebt in Lindlar (Oberbergischer Kreis).

„SALZ II war ab Ende 1985 mein eigenes Ding. Damals bezog es sich auf SALT II, dass waren die >Strategic Arms Limitation Talks<, also Verträge zwischen Leonid Breschnew und Jimmy Carter. Damals sollte SALZ II ein bestimmtes Statement sein und auch ein wenig lustig. Ich hatte da auch die verschiedenen Wortspiele ausprobiert … Nee, hab ich nun alle vergessen … Heute heisst es einfach SALZ II. Die II schon deshalb, weil es immer gerade eine Band gibt die sich Salz nennt. Salz wie Zucker. Da bin ich immer ganz bescheiden SALZ II (lacht).“ (Interview 2009)

„Die alten, frühen Aufnahmen kann man sich eigentlich nicht antun. Ich hab das gemacht, was im Rahmen meiner Möglichkeiten drin war. Vorher bei DPG und AUSSPERRUNG war es auch so. Die Instrumente waren geliehen oder gebraucht gekauft. AUSSPERRUNG haben ja nachher noch ein paar gute Tapes aufgenommen, da hatte ich gar nichts mehr mit zu tun. Die hätten mich mit meinen Möglichkeiten auch nicht gewollt.“ (Interview 2009)

 

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Badges (Buttons) an Noa Sophie Kobers Lederjacke. Bild: Bookattack Collection.

„24. August 1988 – Wir haben nun eine neue in der Stufe. Die ist schon Zwanzig. Eine Engländerin, die aber perfekt Deutsch spricht. Sie war bisher auf Privatschulen. In England, in den USA und ich glaube auch irgendwo in Asien. Noa heißt sie. Ich glaube ich mag sie nicht. Sie trägt immer eine schwere Lederjacke mit Stickern dran. Sticker hat sie auch an ihrer vollgekritzelten Tasche. Sie ist gegen alles und jeden. Gegen Atomenergie, gegen Tierversuche, gegen Rauchen, halt einfach gegen alles …“

Tagebuch von Anja Überall (April bis Dezember 1988)

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Badges gegen den Einsatz von Atomenergie. Bild: Bookattack Collection.

„29. August 1988 – Ich habe Noa heute im Plattenladen getroffen. Sie hatte eine Platte von Sonic Youth in der Hand (die „Bad Moon Rising“, ). Wunder, wunder, wunderbar!!!Noa hat sie letztes Jahr in London und Manchester gesehen. Ich sagte ich wäre bei ihrem Konzert in Aachen im Theatersaal Mensa gewesen („Sister“-Tour!!!) … Wir sind dann noch gemeinsam zur U-Bahn gegangen. Viel geredet haben wir nicht. War fast schon peinlich … Im letzten Jahr war sie auf der großen Demo in Bonn, wo über 100.000 da waren. Da hat sie etwas von erzählt …“

Tagebuch von Anja Überall (April bis Dezember 1988)

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Badges gegen Tierversuche, gegen Abholzung von Bäumen und für Windenergie. Bild: Bookattack Collection.
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Badges gegen Atomraketen, gegen Kriegsdienst, für Frieden und Abrüstung. Bild: Bookattack Collection.
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Badges gegen Atomraketen, Demo in Bonn am 13. Juni 1987. Bild: Bookattack Collection.
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Badges gegen das Rauchen und gegen Drogen. Bild: Bookattack Collection.

Als 20jährige wechselte Noa Sophie Kober auf ein Gymnasium in Köln, wo sie 1990 ihr Abitur machte. Nach einer Ausbildung zur Buchbinderin studierte sie Restaurierung und Konservierung. Sie betreibt in Lindlar eine Werkstatt für Papier- und Buchrestaurierung.

„Das Stück >Vom bösen Wesen K.< stammt von Reiner vom Berg. Er hat es 1973 geschrieben. Im Ort gibt es seit einer Ewigkeit die Geschichten um ein brandsiftendes Wesen . Manchmal Krähe oder Krow genannt. Reiner vom Berg von Berg machte sich über diese seltsamen Geschichten lustig. Ich habe ihn 1996 live gesehen. Er hat das super witzig vorgetragen. Meine Aufnahme sollte das ernst rüberbringen, lustig hätte ich es eh nicht hinbekommen.“ (Interview 2009)

„Ich habe vor fast zehn Jahren das Haus meiner Grosstante Gesa geerbt. Ein kleines Fachwerkhaus, dass der Familie nun in der vierten Generation gehört. Schon mein Urgrossvater Johann hat dort gewohnt. Im Haus habe ich nun eine Werkstatt für Papier- und Buchrestaurierung.“ (Interview 2009)

Hinweis: Dies ist ein fiktives Dokument zur transmedialen Buchreihe Bookattack – Living in Books. This is a fictional document!