Jakob Hünighusen

Jakob Hünighusen war ein Fotograf. Geboren wurde er 1861 in Köln, er starb 1934 in Odenthal, wo er die letzten Jahre im Haus seiner ältesten Tochter Gertrud lebte. In seiner Heimatstadt hat er 1904 das Fotoatelier seines Vaters Peter Hünighausen (1829 – 1906) übernommen, welches dieser 1863 gegründet hatte. Bereits seit 1879 war Jakob in diesem Atelier tätig. Unzählige Kölner ließen sich bis in die 20er Jahre von den Hünighusens fotografieren. Berühmt wurde Jakob Hünighusen für seine Abenteuer, die er als Landschaftsfotograf erlebte. Zu dieses gehören die Aufklärung mehrerer Verbrechern, bei denen seine Fotografien die Tätern auf unterschiedliste Art überführen konnten. Seine erste Geschichte „Das schwarze Tuch“ erzählt eine Begebenheit aus dem Jahr 1869.

Zur Einführung in die frühe Fotografie pflege ich diesen Beitrag.

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Cabinet card, Carte de Visite (CDV) und Postkarte (Bookattack Collection).

Weitere Quellen:

„Das Photoatelier von Peter Hünighausen befand sich in der ersten Etage. Das sogenannte >Glashaus< ließ das Tageslicht ins Atelier. Mit Vorhängen konnte der Lichteinfall in dem Raum gesteuert werden. Die Kunden nahmen vor der großen Leinwand platz. Rechts ist die Kamera zu sehen. Neben dem Atelier befanden sich weitere Räume mit der Dunkelkammer, einem Labor und das >Kartonnir- und Retouchirzimmer<.“ (Bildunterschift zu einem Bild in „Alte Kölner Ansichten“, 1974)

„Seinen Beruf hatte Peter Hünighausen bei dem Fotografen Albert Pfannholz erlernt, der in den 1830er Jahren als Wandermaler unterwegs war und später als Daguerreotypist durch Norddeutschland zog, bevor er in Düsseldorf ab 1855 ein Atelier betrieb …“ (in „Bergisches Journal 1997“, 1996, S. 69 – 71)

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Ein Fotograf unterwegs. Stich aus den 1890er Jahren (Bookattack Collection).

„Bereits als Kind begleitete ich meinen Vater auf Reisen bis nach Süddeutschland. In den Norden hat es ihn nie gezogen. Er war in Osterath am Niederrhein geboren, also im Flachland. Seine Reisen zogen ihn immer in die Hügel. Kurze Touren führten uns auf die andere Rheinseite ins Bergische Land. Für weitere Reisen nutzen wir die Eisenbahn. Ich diente ihm als Träger. Half ihm beim Aufbau der Kamera und später im Zelt beim Entwickeln der Bilder.
In den Städten und Dörfern plagten uns stets die Kinder. Kaum sahen sie, dass wir die Kamera aufbauten, wurden wir von einer frechen Kinderschar umzingelt. Egal ob mein Vater eine Kirche, ein Gasthaus oder einen Baum fotografieren wollte, stets stellten sich einige Bengel so, dass sie auf jedem Fall mit auf’s Bild kommen würden. Schaut man sich die Bilder an, so sieht man ihnen nicht an, dass während unserer Besuche oft das halbe Dorf in freudiger Aufruhr war. Hatten kurz vor der Aufnahme noch die Bengel vor der Kamera und dem Motiv gestanden oder waren durchs Bild gerannt, so nutzte mein Vater die günstigen Augenblick um die Aufnahme auszulösen. Über die Jahre hatte sich mein Vater aber einige Tricks ausgedacht, um die Kinder im Moment der Aufnahme abzulenken. Ein alter Fotografentrick war beispielsweise den Kindern zunächst ein blinkende Geldmünze zu zeigen und ihnen dann einen flachen Stein in die Hecke zu werfen, möglichst so, dass sie, um das vermeidliche Geldstück zu ergattern, in die entgegengesetzte Richtung unseres Motivs laufen mussten. Natürlich gab es dann ein großes Gerenne und Gebalge, aber mein Vater hatte nun reichlich Zeit die Aufnahme zu machen. Oft warf er dann erneut eine Münze, aber nun die echte.“

(Jakob Hünighusen „Abenteuer mit Kamera und Stativ“, 1928)

Hinweis: Dies ist ein fiktives Dokument zur transmedialen Buchreihe Bookattack – Living in Books. This is a fictional document!