Krow

GUS JONES: Kober reiste, nachdem er uns in Sicherheit gebracht hatte, nach Deutschland zurück …. In Lindlar, seinem Heimatdorf,  wollte er nun der sonderbaren Droge auf den Grund gehen. Und auch dem Tod der Freundin Ida.

CHARLES GORE: Kober durchdachte nochmal alles was er im Sägewerk und im Folterkeller erfahren hatte. Er hatte während der Ekstase im Sägewerk, Thomas bei der Kirche gesehen. Wie er dort mit diesem Stein Ida Tiemann hinterhergelaufen war. Für Kober was das natürlich ein Schock: Thomas, ein Mörder! …  Aber – er erinnerte sich auch an Thomas´ letzte Worte: „Schau in den Turm … Der alte Turmaufstieg … Du betrittst die Treppe.“ Kober wollte wissen, was sich dort verbarg. Kam er so der Wahrheit näher?

GUS JONES: Und wie er der Wahrheit näher kam! Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Kirche renoviert und umgestaltet worden. Der von Thomas entdeckte Eingang ins alte Treppenhaus war aber nicht zu sehen … Er war immer noch nicht entdeckt oder wurde immer noch geheim gehalten … Jedenfalls stand an der Stelle, wo früher der alte Opferstock gestanden hatte, nun ein Sockel mit einer weißen Taube oben drauf. Dahinter war der Wandverputz vor längerer Zeit erneuert worden! … Kober sprach umgehend mit dem Pfarrer, der dann dafür sorgte, dass Arbeiter wenige Tage später den Putz abschlugen und den, von Thomas damals entfernten Stein, erneut (!) aus der Wand hebelten. Und siehe da (!): Sie fanden das, was man hier 1795 versteckt hatte! … Kober betrat das vergessene „Treppenhaus“ des Kirchturms, welches noch aus der karolingischen Zeit stammte und längst durch eine neue Treppe ersetzt worden war. Kober hörte die Worte die Thomas ihm gesagt hatte …

CHARLES GORE [spricht die Worte weiter, die Thomas ihm gesagt hat …]: Schau in den Turm. Der alte Turmaufstieg. – Du betrittst die Treppe. – Vor dir der dunkle Gang. – Weiter oben hörst du ein Surren. – Dann ein Fauchen, halb tierisch, halb mechanisch. – Die Männer hinter dir weichen erschrocken zurück.

Du gehst weiter, du erwartest ein Tier da oben, gar ein Monster. – Das Licht deiner Lampe erreicht das Ende des Ganges. – Kelche, eine Monstranz, ein Buch und ein Bündel Papiere liegen auf den Stufen. – Und eine Kugel aus Metall, an der sich nun kleine Klappen öffnen. – Im Innern der Kugel wütet ein Feuer. – Dämpfe gelangen in deine Nase.

Irgendetwas umschlingt deine Arme. – Alles wird enger, so dass du bewegungslos erstarrst. – Alle Lebensgeister in dir ist der Weg versperrt. – Deine Sinne sind gebunden.

Das Licht deiner Lampe erlischt. – Wald umgibt dich. – Äste und Blätter werden dichter. – Um dich herum schwirren Insekten, stechen und beißen dich.

Zwischen dem Grün steht ein Mensch. – Du spürst seine Nähe. – Er berührt dein Gesicht. – Sein fauliger Atem erreicht deine Nase. – Seine Worte erreichen dein Ohr:

[GUS JONES und CHARLES GORE sagen abwechselt, was der „Mensch“/“schwarze Seele“ = KROW sagte. GUS sagt das Zitat und CHARLES nennt den der es gesagt hat etc.]

GUS JONES: [Krow: aus der Sage] „Zurück ließ der Fremde eine Kugel aus Metall und eine nur schwer entzifferbare Schrift.“

CHARLES GORE: Heinrich Gustav von Hipel, die Sage, tausendfach gedruckt.

GUS JONES: [Krow: Ida] „Oh, wie wunderbar. Thomas hat den Schatz entdeckt.“

CHARLES GORE: Ida Tiemann rief es laut ins Dorf.

GUS JONES: [Krow: Polizei] „Herr Mertzbach, ich frage sie noch mal: Waren Sie als Ida Tiemann getötet wurde am Südeingang der Kirche?“ [Krow: Mertzbach] „Nein. Ich kenne das Mädchen gar nicht. Ich hatte Thomas geschickt, er sollte die Kugel holen und auch zu meinem Freund Carl Feinhals bringen.“

CHARLES GORE: Edmund Mertzbach unter Hypnose, steht so im Protokoll der Polizei.

GUS JONES: [Krow: Thomas] „Wenn Du mich am Erlös beteiligt, verrate ich dir wo die Drogen gelagert werden.“ CHARLES GORE: Thomas Hünighusen sagte dies zu Robert Ellsberg.

GUS JONES: [Krow als Krow:] „Sie haben Verrat begangen. Ich, Krow, die schwarze Seele des Fut-vo-ye aus Chysauster, strafte als meine Pflicht.“

CHARLES GORE: Der Wald verschwindet. – Die Männer helfen dir auf die Beine. – Du steckst die Kugel und die Papiere ein. – Den Mörder der genannten, hältst du in deinem Gedächtnis. – Es ist die unsterbliche Seele des keltischen Fut-vo-ye. – In einem fremden Körper, auf der anderen Seite der Zeit.

UNS holte Max Kober da raus … Wir bekamen die beste Verpflegung und irgendwann auch wieder Corvfarin … Die Dosis von Corvfarin ist so eingestellt, dass wir beide halbwegs klar kommen und nicht wieder fast verrückt werden. So wie damals in Louisiana.

Dieses Zeugs, Corvfarin, stammt von der Seele dieses keltischen Fut-vo-ye… Der war mal so eine Art Druide in Cornwall, im hintersten Zipfel von England. Fut-vo-ye lebte in der Siedlung Chysauster, etwas nördlich von Penzance. Er war dort Herr über den unterirdischen Tempel, der in der Sprache der Kelten Fogou [gesprochen: Foo-goo] genannt wurde.

CHARLES GORE: Das hat Max Kober schon alles rausbekommen. Er erfuhr auch, dass es die Seele dieses Fut-vo-ye war, die in den Körper von Thomas damals schlüpfte und Ida tötete. Die anderen, die Fut-vo-ye als Verräter bezeichnet hatte, waren ihm auch zum Opfer gefallen: Heinrich Gustav von Hipel, der die Sage aufgezeichnet hatte, wurde 1795 von einem Franzosen auf dem Schlachtfeld erschlagen … Und auch am Tod von den Mertzbach und Thomas war Fut-vo-ye beteiligt. Wie sagte er?: „Sie haben Verrat begangen. Ich, Krow, die schwarze Seele des Fut-vo-ye strafte als meine Pflicht“.

Mr. Kober sucht nun nach diesem Fut-vo-ye.