Feindliche Übernahme

KRISTINA HAYBACH: … als Engelbert Feinhals in der Hütte starb und Carl verletzt wurde, konnte ich (!!) die Flamme retten. Es sollte der erste Versuch mit Corvfarin werden. Ich konnte fliehen und mich verstecken. Nachdem Carl dann wieder gesund war, machten wir weiter …

ROBERT ELLSBERG: Nun, wir hatten damals Carl schon eine Weile beschattet … und wussten, dass ihr nun ernst machen würdet … Wir wollten selbst endlich Corvfarin haben! … Als Carl in der Hütte war, sahen wir unsere Gelegenheit gekommen. Aber der Überfall ging komplett in die Hose. Es sollte niemand sterben. Aber dieser Typ von euch griff uns an …

KRISTINA HAYBACH: Das war unsere Versuchsperson … Vollgepumpt mit reinem (!!) Corvfarin …

ROBERT ELLSBERG: Plötzlich lagen Engelbert, Carl und einer von unseren Männern auf dem Boden! … Und wir wurden von irgendetwas ins Wasser gezogen. Fast runter bis zum Grund. Es fühlte sich an, als hätte ich Gewichte an den Füßen … Dann waren auf einmal hohe Flammen um mich herum! … Statt zu ertrinken, drohte ich nun zu verbrennen! … Durch die Flammen kam eine Gestalt auf mich zu – vielleicht der Typ von euch … Er trat ganz dicht an mich ran und öffnete seinen Mund … Dort stand ich als mein Doppelgänger zusammen mit meinen Leuten … – Auf seiner Zunge! … Die Gestalt schloss den Mund wieder … Im nächsten Moment landeten wir wie ausgespuckt am Ufer des Bayou.

KRISTINA HAYBACH: Damals hattest du also schon Kontakt zu KROW?!

ROBERT ELLSBERG: Ähnliche Erfahrungen hatte ich schon bei einem Kongress der Ersten Ebene machen können. … –  Damals aber unter Laborbedingungen!

KRISTINA HAYBACH: Die Erste Ebene … Seid ihr mit der Organisation also immer noch aktiv. Carl hat euch nie etwas zugetraut  … Hielt euch für Theoretiker …

ROBERT ELLSBERG: Von unseren umfangreichen Forschungen hat er doch schließlich profitiert! Und nun werden wir sein System übernehmen, euren Club, die „Visions For A Better Society“. Wir haben die finanziellen Mittel … Wie viele Personen werden von euch eigentlich noch korrekt betreut?

KRISTINA HAYBACH: Keine 30 Leute mehr. Ohne weitere Lieferungen von Vogel & Niess … Wir haben so gut wie kein Corvfarin mehr. Kober soll uns welches besorgen. Aber durch deine Aktion … keine Ahnung in welchem Zustand er nun ist. Der Wandlungsprozess hatte gerade erst begonnen.

ROBERT ELLSBERG: Das werden wir lösen. – Wusstest du, dass ich noch dabei war, als Carl mit den Forschungen 1907 begann? Erste Experimente fanden bereits vor dem Krieg statt. Über Edmund Mertzbach kamen weitere Ideen hinzu. Er hat uns erstmals von dieser Sage erzählt, so kamen wir nach all den Fragen die die Geschehnisse in Florenz aufgeworfen hatten, endlich an den Kern heran! Ich habe diese Sage sehr genau studiert. Der Satz „Als sich der Fremde und der Wundarzt auf der anderen Seite der Zeit wiedertrafen“ ist ganz entscheidend.

KRISTINA HAYBACH: Ich kenne den Text natürlich auch, klar! Edmund war da der Spezialist.

ROBERT ELLSBERG: Er saß an der Quelle. – Aber es kam zum Streit zwischen uns, vor allem durch Edmund, … ich kam nicht mit ihm klar … Er hatte diese Geschichte mitgebracht. Aufgeschrieben hat sie ein Heinrich Gustav von Hipel, dem eine Burg dort gehörte und sich mit allerlei verrücktem Zeug beschäftigt haben soll … Wir haben uns lange an dem Text die Zähne ausgebissen … Klar wissen wir längst, wer an der Sache beteiligt war … dieser „Wundarzt“ und der „Fremde“ mit der „Kugel aus Metall“ … Aber begriffen haben wir – das muss ich zu unserer Schande gestehen –, bisher erst wenig … Mertzbach wusste da schon mehr … Sein Tod damals, hat auch sein Forschungsarbeit beendet … Natürlich haben wir nach seinem Tod seiner Frau einen Besuch abgestattet … Aber da war nichts in seinem Haus, alles weg. … Du und ich, wir haben jetzt das meiste Wissen in der Angelegenheit, wo nun auch Carl tot ist … Kristina, ich könnte dir anbieten, deine Arbeit bei uns fort zu führen.

KRISTINA HAYBACH: Edmund hatte begriffen wie alles funktioniert! … Die ganze Theorie dahinter, die kennt jetzt nur noch Thomas.

ROBERT ELLSBERG: [ganz harmlos] Schade das er tot ist … Er wollte mir nichts verraten …