Charles Gore und Gus Jones reden wirres Zeug

Kober fand heraus, dass die Abkürzungen auf der Liste Friedhöfe in Baton Rouge waren. Die Personen auf der Liste waren sämtlich innerhalb eines kurzen Zeitraums im Frühjahr 1927 gestorben. Auf der Liste stand auch ich, Gus Jones, ein Farbiger aus South Baton Rouge, der auf dem Sweet Olive Cemetery begraben ist!

CHARLES GORE: Mr. Kober besuchte später die Familie von Gus Jones. Dessen Schwester berichtete, man habe die Leiche von Gus am Ufer des Mississippi gefunden. Sie schaute fragend ihre Mutter an: „Soll ich es ihm erzählen? – Wir werden seit einiger Zeit von einem Mann belästigt, der behauptet er wäre Gus. Der Mann heißt aber Charles Gore!“ … Kober recherchierte daraufhin im Zeitungsarchiv, er fand Artikel über MICH, Charles Gore – ein Geschäftsmann aus New Orleans. Er fand auch heraus, wo ich nun in New Orleans lebte. Kober wusste also aus der Zeitung, dass ich im Sommer 1927 vermisst wurde. Man hatte berichtet, dass ich in New Orleans ein Bootsbauunternehmen aufgebaut hätte. Erwähnt wurden Streitigkeiten mit meinen Arbeitern in Jahre 1926. Es schien, als sei ich ein äußerst unangenehmer Mensch gewesen. In einem weiteren Artikel wurde berichtet, dass ich wieder in meiner Firma aufgetaucht wäre. Spätere Meldungen berichten seltsamerweise nur noch Positives über mich. Charles Gore, der Menschenfreund! Charles Gore, ein Held! … Ich selber weiß von all dem nichts. Im April 1949 schrieb eine Zeitung, der Unternehmer Gore habe sich aus seinem Unternehmen zurückgezogen.

GUS JONES: Max Kober besuchte uns daraufhin.

Er fand einen von Halluzinationen gequälten Mann vor. Das war schon komisch … Vor Kober saß Charles … Aber ich, Gus Jones!, erzählte Kober, ich würde mich freuen ihn und seine Begleiterin zu sehen. Ich sah Kober stets zusammen mit einer Frau, obwohl die wohl gar nicht da war! Verrückt!

All die Jahre hatte ich als Charles Gore dessen Aufgaben als Unternehmer erfüllt. 1948 hatte sich bei mir aber irgendetwas geändert… Ich sagte zu Kober, man hätte mich wohl in New Orleans vergessen. Regelmäßig sei all die Jahre eine Frau gekommen und hätte mir meine Medikamente gebracht … Man musste eine Tablette anzünden und die Dämpfe einatmen … Der letzte Besuch der Frau war im November 1948 und ab dem Frühjahr waren meine Beschwerden immer schlimmer geworden. Die einen Halluzinationen ließen nach, die anderen wurden dafür schlimmer! Ich hörte mehr und mehr den alten Charles reden, … der machte mich verrückt! … Ich erzählte Kober, dass mir irgendwann dann klar geworden wäre, dass ich ein Junge aus South Baton Rouge sei, der jedoch im Körper von Charles [!!] stecke.

CHARLES GORE: Ein gewisser Gus Jones, der mich all die Jahre irgendwie beherrscht hatte … Wir bestanden aus zwei Seelen. Die von Gus und meiner eigenen!. Und: … wir bekämpfen uns seit dieser Zeit! Es war so eine Scheiße !! …

Auf Kobers Frage, wer denn die Frau gewesen sei, die regelmäßig die Tabletten gebracht hatte, zeigte mein Arm erstaunlicherweise auf das Sofa, auf den freien Platz neben Kober und Gus sagte: „Sie war es!“ Nur doof das Kober die Frau neben sich nicht sehen konnte! … Da war nämlich keine Frau! … Nur Gus sah sie, ICH nicht!! [lacht].

GUS JONES: Ich sah die Frau und hörte auch permanent ihre Stimme: „Bring ihn zu mir. Du musst ihn zu mir bringen.“ [KRISTINA HAYBACH: „Bring ihn zu mir. Du musst ihn zu mir bringen. Bring ihn zum Sägewerk. Sag es ihm. Rede vom Sägewerk“].

CHARLES GORE: Ich erinnerte mich daran, dass man mir in späten 20er Jahren eine Gehirnwäsche verpasst hatte. Irgendwo südlich der Stadt hatte man mich festgehalten, in einem gottverlassenen Sägewerk … Von da an bestimmte Gus wo es lang ging! … MEINE Seele, die von Charles Gore, die ist damals komplett untergegangen. Erst jetzt – nachdem keine Medikamente mehr in meinen Körper gelangten –, kam ich zurück! … Wie aus einem langen Alptraum erwachend …

GUS JONES: Ich bekam nur noch Fetzen vom Gespräch zwischen Charles und Kober mit. Diese Stimme hörte gar nicht mehr auf!… [Kristina Haybach:„Bring ihn zu mir. Du musst ihn zu mir bringen. Bring ihn zum Sägewerk.“] Ich schrie Kober entgegen [laut werdend]: „Ja, verdammt nochmal, ich sag’s ihm schon. Sie müssen zum Sägewerk! Zum Sägewerk! Bring ihn zum SÄGEWERK!!“.

CHARLES GORE: Bei „Sägewerk“ klingelte es natürlich gleich bei Kober, er dachte an das Sägewerk, das Carl Feinhals 1925 übernommen hatte. Thomas hatte es in seinem Reisetagebuch 1927 erwähnt. Mit diesen neuen Erkenntnissen, ging Kober erneut zum Haus von Carl Feinhals.