Jess Kidd: Der Freund der Toten

kidtenJess Kidd: Der Freund der Toten (erschien 2017 im Dumont Verlag)

So ganz real geht es in dem Buch nicht zu. So kann Mahony, aufgrund seiner Haarlänge als Hippie bezeichnet, nicht nur die Lebenden, sondern auch die Toten sehen. Gut, dass dies nicht als großartige Fähigkeit dargestellt wird. Der junge Mann, also Mahony, kommt aus Dublin nach Mulderrig, um dort seine Mutter zu suchen. Er wurde 1950 in einem Waisenhaus abgegeben und will nun im Jahr 1976 herausfinden wer seine Mutter war. In der gleichen Pension wo er unterkommt, wohnt auch Mrs Cauley, eine ältere Frau, die Theaterstücke schreibt und diese zusammen mit den Dorfbewohner aufführt. Zusammen mit ihr  begibt sich Mahony auf die Suche. Was ist 1950 passiert? Mahonys Mutter war damals ein rebellisches Mädchen, das das ganze Dorf gegen sich aufgebracht hat. Und wo ist sie hin? Sie sei  freiwillig gegangen, ist die Antwort der Dorfbewohner. Erst nach und nach kommen sie dahinter, dass Mahonys Mutter das Dorf nicht auf natürliche Weise verlassen haben kann.

Auf der Webseite von Jess Kidd steht zum Buch (Originaltitel „Himself“): ‘A lovably cranky detective story…like a lock-in with David Lynch, Flann O’Brien and Agatha Christie.’ (http://jesskidd.com/books/). Ja, es schimmert etwas „Twin Peaks“ (Lynch) und „Miss Marple“ (Christie) durch. Ja, die Geschichte ist schrullig und mysteriös. Und hat etwas märchenhaftes, so dass es auch mit der Fernsehserie „Jordskott“ verwandt ist.