Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald

ueraldWolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald (erschien 2013 beim Droemer Verlag)

Forststudentin Anja Grimm macht in Waldmünchen (Oberpfalz) ein Praktikum. Mit einem Kollegen nimmt sie Bodenproben und kartiert diese. 1978 und 1979 hat sie in der Gegend mit ihren Eltern Urlaub auf einem Bauernhof gemacht. Der Vater, ein Biologielehrer, verschwand 1979 spurlos, er gilt als vermisst. Direkt bei der Bauernhof macht Anja im Wald eine unangenehme Begegnung mit Xaver Leybach, einem leicht verrückten älteren Mann, den sie noch von den damaligen Ferien kennt. Nach der zweiten Begegnung zwischen Anja und Xaver, bringt der zuerst seine todkranke Mutter und dann sich selber um. Ein mysteriöse Sache.

Damals hat die Familie Grimm auf dem Hof der Familie Gollas gewohnt. Sohn Lukas sucht nun wieder Kontakt zu Anja. Sie hat bei den Bodenproben eine Unregelmäßigkeit auf einer Lichtung beim Leybachhof festgestellt. Wurde ihr Vater hier vielleicht ermordet? Zunächst hat Anja viele Fragen, aber keine Antworten. Aber allmählich lichtet sich der Vorhang. Es geht um mehr als den Mord an ihrem Vater. Das ganze Dorf versucht etwas zu vertuschen.

Während die erste Hälfte des Buches einfach nur interessant und gut geschrieben ist, wird es zum Schluss richtig spannend. Ungewöhnlich ist die Methode von Anja Grimm. Aufgrund ihres Studiums kann sie quasi den Boden lesen: Gab es Erdbewegungen (Aushub etc.)? Ist hier mal ein schweres Fahrzeug gefahren? Mit diesem Wissen kommt sie der Sache auf die Spur.

„Die verräterische Geometrie dieses Bewuchses konnte kein Zufall sein. Hier war irgendwann einmal ein schwerer Wagen mit einer Achsbreite von vielleicht zwei Metern durch den Wald gerollt.“ (S. 335).