Dieter Paul Rudolph: Der Bote

olfoteDieter Paul Rudolph: Der Bote (erschien 2012 beim Conte Verlag)

Im Weiler Bannkies ist ein Mann ermordet worden. Bei ihm fand man einen nagelneuen Plastikkannister mit Wasser. Dieser Kannister ist erstaunlicher als der Mord selber, denn die Geschichte spielt in einer Zeit, in der unsere technischen Erfindungen der letzten Jahrhunderte nach einer schweren Katastrophe längst vergessen sind. Ein Kriminalrichter aus der Stadt wird nach Bannkies geschickt um den Fall zu lösen. Man schreibt das Jahr 2168, aber der namenlose Kriminalrichter und Ich-Erzähler reist mit der Postkutsche an. Man fühlt sich als Leser mehr ins 18. oder 19. Jahrhundert zurück versetzt.

Nachdem ein zweiter Kriminalrichter im Dorf ankommt, den Fall übernimmt und nach einer schnellen Lösung sucht, gerät die Ermittlung des ersten Kriminalrichters aus den Fugen. Ihm gelingt es aber ein altes Laptop zu finden und damit in Verbindung zum „Priester“ zu treten, der zu einer Gruppe von Leuten gehört, die noch wissen wie man mit der alten Technik umgeht.

Interessant sind die Märchen die sich im Dorf erzählt werden. Ungeklärte und seltsame Begebenheiten werden in Märchen gepackt. Diese sind mit in die Geschichte eingeflochten.

Autor/Verlag bezeichnen das Buch als „Science-Fiction-Krimi aus der guten alten Zeit“. Science-Fiction? Steam-Punk? Beide Kategorien passen meines Erachtens nicht ganz. Aber die Umschlaggestaltung mit der kaputten Schrift, dem Mann in alter Kleidung (der Kriminalrichter?) und dem Laptop unten rechts, beschreibt es eigentlich schon ganz gut. Ein Mystery-Krimi, vielleicht? Hier hab ich das Buch für mich einsortiert. Das Buch ist zwar ganz anders als „Der Meister des jüngsten Tages“ von Leo Perutz, aber ist stelle beide Bücher gerne als gehobene Unterhaltungsliteratur in die selbe Kategorie.