Leo Perutz: Der Meister des jüngsten Tages

utzgesLeo Perutz: Der Meister des jüngsten Tages (erschien 1990 beim Rowohlt Verlag; erste Auflage 1923 beim Albert Langen Verlag)

Ort der Handlung: Wien (Florenz)

Zeit: 1909 (16. Jh.)

„Fünf Tage dauerte die abenteuerliche Jagd, die Verfolgung eines unsichtbaren Feindes, der nicht von Fleisch und Blut war, sondern ein furchtbarer Revenant aus vergangenen Jahrhunderten. Wir fanden eine blutige Spur und gingen ihr nach. Schweigend öffnete sich das Tor der Zeiten. Keiner von uns ahnte, wohin der Weg ging, und es ist mir heute, als hätten wir uns mühsam, Schritt für Schritt, durch einen langen dunklen Gang getastet, an dessen Ende ein Unhold mit erhobener Keule uns erwartete … Die Keule sauste nieder, einmal, zweimal, ihr letzter Schlag traf mich, und ich wäre verloren gewesen, ich hätte Eugen Bischoffs und Solgrubs furchtbares Geschick geteilt, wenn mich im letzten Augenblick ein rascher Griff zurück ins Leben gerissen hätte.“ (Seite 7/8)

Der Schauspieler Eugen Bischoff ist tot: Mord oder Selbstmord. Bischoff hatte zuvor auf einer Party eine Geschichte erzählt, in der sich zwei Brüder umbringen, erst der jüngere Bruder, ein Maler, dann auch der andere, ein Seeoffizier. Beides seltsame Selbstmorde. Nach dem Tod des Schauspielers beginnen mehrere Partygäste zu forschen: Freiherr von Yosch (der Ich-Erzähler), der Ingenieur Waldemar Solgrub und Doktor Eduard Ritter von Gorski. Nachdem auch Leopoldine Teichmann fast durch „erzwungenen“ Selbstmord ums Leben kam, nähern sich die drei langsam dem Unhold. In einem Buch aus dem 16. Jahrhundert steht eine Geschichte um einen Mann mit dem Namen Messer Salimbeni und den Maler Giovansimone Chigi. Solgrub, der sich zwischenzeitlich auch umgebracht hat, hat aus dem Buch eine Seite entfernt, um dem Spuk endgültig ein Ende zu machen. Auf der Seite hatte die Zusammensetzung einer Droge gestanden. Yosch raucht die Droge nun dennoch, weil Eugen Bischoffs Pfeife mit der Droge noch unverändert in seinem Zimmer liegt. Als Yosch nun raucht erlebt er furchtbares, so dass auch er sich töten will, aber noch in letzter Sekunde von seinen Gefährten gerettet wird.