Köln-Riehl: Tanz-Palast Luna-Garten

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Tanz-Palast „Luna-Garten“ in Köln-Riehl um 1915 (Ausschnitt aus einem Postkartenbild).
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Eingang des „Luna-Gartens“ (Fotomontage)

Dieser „Tanz-Palast“ mit den Namen „Luna-Garten“ war in Kölner Stadtteil Riehl, als Teil des „Goldenen Eck“. Zwischen Frohngasse, Riehler- und Florastraße sowie den zwei Kasernen in Riehl hatte sich in der Umgebung von Zoo und Flora Ende des 19. Jahrhunderts ein Vergnügungsviertel gebildet, welches allgemein „Das goldene Eck“ genannt wurde. Dazu gehörten der „Kaisergarten“, der „Kurfürstengarten“, das „Ausflugslokal Haumann“, das „Riehler Haus“, das „Caféhaus Kampanella“, das „Café Zillisch“, der „Amerikanische Vergnügungspark“ (1909 bis 1928, später „Luna Park“, ) [Lit: Jürgen Weisser, „Zwischen Lustgarten und Lunapark: der Volksgarten in Nymphenburg“, S. 86/87]. Der Namensbestandteil „Luna“ könnte eine Verbindung zwischen „Luna-Garten“ und dem späteren (ab 1915) „Luna-Park“ sein.
Offiziell lief der „Luna-Garten“ als „Tanz- und Concert-Saal im Amerikanischen Vergnügungspark“ unter der Direktion von Georg Zeisner. Die 1912 gegründete „Luna-Park G.M.B.H.“ stand ebenfalls unter der Direktion des aus der Nähe von Würzburg stammenden Zeisner. Bereits 1906 war er als „Bayrischer Wirt“ mit einem Restaurant am Messeplatz in Leipzig (vgl. [1], [2]).

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Vor dem Gebäude des Tanz-Palasts (links im Bild) war ein großer „Biergarten“ (= „Luna-Garten“) (Dieses Bild wurde mir freundlicher Weise von der Sammlung Brokmeier zur Verfügung gestellt).
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Tanzlokale waren im „Goldenen Eck“ beliebt. Für 10 Pfennig konnte man hier das Tanzbein schwingen. Auf obigem Bild aus einem Tanz-Palast „Luna-Garten“ in Köln-Riehl sieht man von der Decke zwei Schilder hängen: „Tanzmarken sind nach dem Tanz sofort einzulösen“ (links) und „Schiebetänze streng verboten“ (rechts). Als Schiebetanz wurde der aus Argentinien kommende Tango bezeichnet. Durch Verbot wollte man diesen „Konkurrenztanz“ unterbinden (vgl. [1]) und auch die Kirche wollte diesen „sündhaften Tanz“ verbieten (Dieses Bild wurde mir freundlicher Weise von der Sammlung Brokmeier zur Verfügung gestellt).
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In diesem Tanz-Palast im Amerikanischen Vergnügungspark in Köln-Riehl ging es offenbar lockerer zu. Hier konnten sich die Besucher in „Modernen Tänzen“ wie dem Foxtrott und sogar den Tango üben (Dieses Bild wurde mir freundlicher Weise von der Sammlung Brokmeier zur Verfügung gestellt).

luni987luni009Vor dem Holzgebäude des „Luna-Garten“ ließen sich 1915 deutsche Soldaten fotografieren. Kein Wunder, denn um die Ecke befanden sich Kasernen (die Kasernen an der Amsterdamer- und an der Boltensternstraße wurde nach dem Krieg von der Polizei übernommen).

 

Zylinder-Hut

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Verschiedene Zylinder aus dem „Großen illustr. Hut-Preiskurant“ von Anton Pichler in Graz/Österreich (Frühjahr/Sommer 1907).
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Otto Siber, der singende und tanzende Gent (1926).
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Postkarte um 1910 mit Text von Hermann Frey. Die Herren mit Frack und Zylinder.
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Im Selbsttest ein Faltzylinder (Chapeau Claque) der Marke „Rival“. Dieser Zylinder wurde von meinem Opa bei festlichen Anlässen wie Kommunionsfeiern, Hochzeiten oder Begräbnissen getragen.

Köln: Groß-Cöln-Vergnügungspalast

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Eingangsbereich des Groß-Cöln-Vergnügungspalasts. Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.

Groß-Cöln, eröffnet 1912, im Zweiten Weltkrieg zerstört.

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Der sog. Varieté-Saal des Groß-Cöln zur Zeit des ersten Weltkrieges.

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Festsaal im „Groß Cöln“ bei der Sedan-Feier am 2. September 1912. Gefeiert wurde die Kapitulation der französischen Armee nach der Schlacht bei Sedan im Jahr 1870. Letzmalig 1918 gefeiert. 1919 wurde dieser Feiertag gestrichen. ([1])
https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-K%C3%B6ln

„Die Friesenstraße führt mitten in eines der traditionellen Vergnügungsviertel der Stadt. Bereits in den 1920er-Jahren strömten die Kölner scharenweise zu den Karnevalsrevuen mit Willi Ostermann im Varietétheater Groß-Köln, dem Vorgänger der heutigen Satorysäle.“ (Arens u.a.: Köln [DuMont-Reiseführer], 2014, s. 233)

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Vor dem Vergnügungspalast. Ausschnitt aus der Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.
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„Gruß aus >Groß – Cöln< Friesenstr. Hohenzollernring in Cöln a. Rh. Frau mit Militärmütze (Postkarte des Groß-Cöln. Zeichnung von Luis Usabal. Von Usabal gibt es zahlreiche Motive, auf denen junge Frauen Militärmützen tragen, vgl. „Fräulein Feldgrau“-Karten und Buch von Rudolf Jaworski „Mütter – Liebchen – Heroinen: Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg“).

 

„Das Varietégeschehen in Köln konzentrierte sich weitestgehend auf den internationalen Kaiserhof, den Volkstümlichen Burghof und das Revuetheater Groß-Köln, alle drei betrieben von Hans Herbert und Ludwig Blatzheim mit ihren weitreichenden Verbindungen in die Künstlerszene.“ (http://www.kunst-und-kultur.de/index.php?Action=showMuseumExhibition&aId=15814)

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Vor dem Vergnügungspalast. Ausschnitt aus der Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.
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Restaurant „Ober-Bayern“ (später wohl „Zillertal“?) mit aufgemalter Gebirgslandschaft im Vergnügungspalast Groß-Cöln.
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Logo des Groß-Cöln-Vergnügungspalasts.
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Decke im Varieté-Saal (Oben), „Ober-Bayern“ (Mitte), Hintere Wand im Varieté-Saal (Unten)

1931 übernehmen die Blatzheim-Betriebe „Groß Köln“.

Ludwig Blatzheim (1877 – 1961): „Der einer seit dem Mittelalter in Köln ansässigen Familie entstammende B. war nach dem Abitur in verschiedenen Branchen als selbständiger Unternehmer und seit 1922 im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig. 1927 gründete er zusammen mit seinem Sohn Hans Herbert B. die aus 18 Einzelbetrieben bestehenden Blatzheim-Betriebe, die sich zum drittgrößten Gastronomieunternehmen in Deutschland entwickelten.“ (Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2011, S. 702)

 

 

 

„Nach Hause geh’n wir nicht!“

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Köln, Hohe Straße im Jahr 1902. Rechts das „Löwen Bräu“. Diese Postkarte wurde am 10. April 1902 von Köln-Ehrenfeld versendet . Postkarte vom Verlag Leo Kürten.
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Postkarte Ausschnitt: Mann verkauft „Heiße Wiener“. Mann mit Zylinder zeigt Interesse.
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Postkarte Ausschnitt: Herrentrupp singt Sauflied „Nach Hause geh’n wir nicht!“. Die älteste Erwähnung des Liedes fand ich im Jahr 1908 („Nach Hause geh’n wir nicht“ von J. Reckmann). Die Herren gehören nicht zur Originalzeichnung, sondern wurden vor Reproduktion und dem Druck manuell einmontiert.
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Postkarte Ausschnitt: Ein einmontierter Schutzmann.
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Postkarte Ausschnitt: Und immer schön „Rech[ts] gehe[n]“.